.

 

Geschichte des Radios und Fernsehens  in der Schweiz

 

Entwicklung von Radio + TV allgemein

Alexander Stepanowitsch Popow (1859 - 1906) studierte zuerst Theologie und anschliessend an der russischen Universität St. Petersburg Physik und Mathematik  Dort begann er mit der Erforschung der elektromagnetischen Wellen. Das Ergebnis seiner Forschungsarbeiten war die Erfindung des Radiogerätes. Er verfasste 1896 im "Journal der russischen Gesellschaft für Physik und Chemie" einen Artikel mit dem Titel "Gerät zur Aufspürung und Registrierung elektrischer Schwingungen". Darin beschrieb er detailliert den ersten Radioempfänger. Zum ersten Mal war es gelungen, elektromagnetische Wellen aufzufangen. Er führte sein Gerät mehreren Wissenschaftern vor. Dabei gelang es ihm, elektromagnetische Wellen aus einer Distanz von 250m aufzufangen. Überall auf der Welt begann man nun, diese Erfindung zu entwickeln. So auch 1896 der Italiener Guglielmo Marconi (1873 - 1938). Er liess ein Radio patentieren, das offensichtlich weitgehend demjenigen Popos entsprach. Der Italiener baute so zuverlässige Funkensender, dass man damit Telegraphiedienste betreiben konnte. Und im Jahre 1901 überbrückte Marconi mit einem Sender den Atlantik. Am Weihnachtsabend 1906 übertrug Reginald Fessenden von der neuen Station für drahtlose Telegraphie in Brant Rock, Massachusetts die erste Radiosendung. Dort hatten sich unter Leitung von Fessenden einige Wissenschaftler zu einem Experiment versammelt. Nach Fessendens Schilderung begann er mit einer kurzen Ansprache, es folgte „Phonographenmusik“ (das Largo von Händel). Danach spielte Fessenden ein Violin-Solo, und zwar die Komposition „O Holy Night“ von Adolphe Adam, die mit den Worten endet: „Staunet und seid stumm“. Fessenden sang einen Vers und spielte dazu Violine. „Dann kam der Bibeltext ‚Ehre sei Gott in der Höhe‘. Wir schlossen damit, dass wir ihnen ‚Frohe Weihnachten‘ wünschten und ihnen sagten, dass wir vorhätten, am Neujahrsabend wieder zu senden.“ Zu hören war das Fessenden-Experiment auf den US-Küstenschiffen des Atlantiks.

Im Jahre 1925 fanden zwischen Jena und Kahla (Deutschland) die ersten UKW-Übertragungen der Welt statt. Sie wurden durch dem Physiker und ausserordentlichen Professor für technische Physik Dr. Abraham Essau an der Universität Jena  gemacht. Der erste europäische UKW-Sender wurde am 28. Februar 1949 in München-Freimann vom Bayerischen Rundfunk (90,1 MHz) in Betrieb genommen. Die Ausstrahlung von Stereo-Sendungen auf UKW begann in den 1960er-Jahren.

1907 gelang dem Russen Boris Rosing die erste Übertragung und den Empfang eines Fernsehbildes, wofür er in vielen Ländern, darunter auch in Deutschland, ein Patent erhielt. Ab dem 22. März 1935 wurde in Deutschland das erste regelmäßige Fernsehprogramm der Welt in hoch auflösender Qualität durch den Fernsehsender Paul Nipkow, Berlin, ausgestrahlt . Dieser Titel wird jedoch von der BBC streitig gemacht, da der Fernsehsender Paul Nipkow zunächst nur in 180 Zeilen sendete, die BBC hingegen seit 1936 mit 405 Zeilen. (1937 führte Deutschland 441 Zeilen ein.) Schon seit 1929 gab es verschiedene regelmäßige Fernsehdienste, so auch von der BBC, allerdings nur in niedrigen Auflösungen zwischen 30 und 60 Zeilen

1893 erstellte in Ungarn der Ingenieur Tivadar Puskas ein kommerziell erfolgreiches Drahtfunk-System mit dem Namen Telefon Himondo. Es war eine Art Pay-Radio und hatte eine Leitungs-Länge von 1200 km  mit 9107 Teilnehmer in Raum Budapest. Puskas Büste steht heute in der Eingangshalle der Internationalen Fernmelde-Union in Genf. Die Schweiz führte 1931 den Telefon-Rundspruch ein. Später nahmen auch Deutschland, Österreich und die Sowjetunion den so genannten Drahtfunk in Betrieb. In Italien folgte die RAI 1958 mit ein ähnliches System unter dem Namen Filodiffusione. Alle Länder versorgten damit die von den Mittelwellen- oder UKW-Sendern nicht oder nur schlecht abgedeckte Gebiete mit dem Radio-Programm. In Deutschland wurde der Drahtfunk zudem während des zweiten Weltkrieges dazu benutzt, die Bevölkerung über das aktuelle Kriegs-Geschehen zu orientieren. Man stellte nämlich bei Luftangriffen durch die Allierten teils die Rundfunksender ab, damit die feindlichen Flieger die Radio-Sender nicht für die Ortung gebrauchen konnten.

 



 

                                                                                                                      Schweizer Armee 

 

Anfänglich verwendete man bei der Armee zum Telefons noch den Draht gebundenen Telegraphen. Und 1905 kam dann noch die drahtlose Telegraphie dazu. Wobei sich die zuständigen Armee-Stellen eifrig darum bemühten. Schon 1904 trat der Bundesrat deswegen mit der Gesellschaft führ drahtlose Telegraphie in Berlin in Kontakt. Auf Grund dieser Kontakte wurden Versuche mit tragbaren und fahrbaren Funk-Stationen dieser Art von einer vom Departement bezeichneten Kommission ausgeführt.

Im Jahre 1905 unternahm Hauptmann Hilfiker (späterer Waffenchef der Genie) zusammen mit Ingenieur Dr. Mark von der Firma Telefunken auf der Thuner Allmend den ersten Versuchs-Kurs für drahtlose Telegrafie mit einem militärischen Team, bestehend aus einem Offizier, zwölf Unteroffizieren und Gefreite sowie sechs Soldaten. Dazu liess man einen Fesselballon (12 m3 Inhalt) mit einer gegen 200m langen Sende-Antenne hochsteigen. Die Sende- und Empfangs-Geräte zu diesem Versuch sind leider unbekannt. Immerhin ist bekannt, dass die drei Karren mit den Funkutensilien von je zwei Pferden gezogen wurden.

Zur Erzeugung der elektromagnetischen Schwingungen wurden Funkenstrecken benutzt (Senderöhren waren noch unbekannt). Je nachdem man 1,  2 oder 3 Funkenstrecken von je 3 mm benutzte, betrug die Reichweite bei einer Frequenz von 800m für einen beliebigen Verkehr mit Kopfhörer- und Morse-Empfang  12,5 km, 23 km oder 72 km, einmal sogar rund 128 km.

 

Solche Sende-Versuche mit mobilen Stationen konnte man im Moment noch nicht auf feste Stationen ausdehnen. Erst 1905 baute das Militär bei Andermatt (Gütsch/Stöckli oberhalb Andermatt) und auf Rigi Scheidegg je eine Sendeanlage (je zwei 50m hohe Masten mit dem Sende-/Empfangs-Draht dazwischen). Dazu hatte man von der Gesellschaft für drahtlose Telegrafie in Berlin (Telefunken) zwei Sender. Man versuchte ab 1906, auf einer Frequenz zwischen 500 und 800m, Signale gegenseitig zu übermitteln, auch zu fahrbaren Funk-Stationen Als Empfänger diente ein Kohärer und zum Senden ein Morse-Apparat. Dieser Versuche befriedigte aber nicht, gegenseitig kam es wohl zum Funk-Kontakt, nicht aber zwischen den fahrbaren Stationen und Stöckli/Gütsch. Gegen Ende 1906 brach man die festen Anlagen ab. 1907 wurden weitere Versuche nur noch mit fahrbaren Stationen durchgeführt. 1909 übernahm man zwei fahrbare Funkenstationen Marconi mit je 3 kW Leistung. Das Militär machte damit dann bis um 1911 Versuche. Trotz der befriedigenden Versuchen wurde die Anschaffung der Sender aber zurück gestellt, weil die Firma Telefunken so genannte Löschfunken-Sender angekündigt hatte.

 

 

Nach 1911 interessierte sich das Militär immer mehr für den Funk zur Meldungs-Übermittlung und man ging zur gezielten Anschaffung von trag- oder fahrbaren Sendern über. Man bestellte bei Telefunken eigens entworfene Löschfunkensender (3 kW) und setzte diese zusammen mit Detektor-Empfänger für Versuche ein. Und  ca. 1914 wurde vom Militär erstmals ein Röhrengeräte mit eingebautem Funkensender von der Firma Klingenfuss gekauft. Diese Firma hatte Erfahrung mit dem Bau von Rhumkorff``schen Induktorien.

 

 

 

Von 1913 an ging die Entwicklung der elektrischen Nachrichtenübermittlung in der Armee, verursacht durch die nach und nach erkannte Nützlichkeit und Wichtigkeit für die höhere Führung einerseits und durch die steten technischen Verbesserungen andererseits, rasch voran. Der Bundesrat erwähnte in seinem Geschäftsbericht von 1913, dass nun sämtliche Telegraphen-Pionier-Kompagnien mit dem neuesten. Korpsmaterial ausgerüstet sei.

Ebenfalls im Jahre 1913 wurden auf Grund der guten Erfahrungen mit den 3-kW-Telefunkenstationen drei dieser Stationen bestellt. Die Lieferung blieb aber aus. Dagegen wurden die zwei alten fahrbaren Stationen nach den neuesten Gesichtspunkten umgebaut.

1917 wurden tragbare Löschfunkensender eingeführt, die selbständige Funkerkompagnien erhielten. So ergab sich die Möglichkeit, 1918 drahtlose Verbindungen zwischen Bodenstationen und Flugzeugen herzustellen. - Nach dem Krieg glaubte man an den ewigen Frieden, man kürzte das Militärbudget stark. Auch die Nachrichtenübermittlung litt stark unter der Budgetkürzung. Trotzdem wurde 1920 die erste Funker-Rekrutenschule unter dem Kommando von Oberstleutnant i.Gst. Hilfiker durchgeführt.


 

                                                                                                                 Schweizer Radio-Pioniere 

Anfänglich benutzte man ausschliesslich die Langwellen-Frequenzen zur drahtlosen Signalübermittlung (der Löschfunken-Sender Paris arbeitete z.B. auf einer Wellenlänge von 2600m = Frequenz 115 kHz). 1911 wurden in der Schweiz erstmals von der Eidgenossenschaft drei Radio-Empfangs-Konzession erteilt. Nämlich an Prof. Paul Louis Mercanton, Lausanne, an die Ecole d`Horlogerie, La-Chaux-de-Fonds und an Arnold Türler, Uhrmacher, Zürich. Damit durften diese mit ihren Empfängern die Signale des Löschfubnken-Senders auf dem Eifelturm in Paris hören. Als Empfangsantenne musste man jeweils einen langen Draht zwischen zwei Häusern spannen. Mercanton befestigte in Lausanne einen 185m langen Draht an Kathedrale und Rathaus. Für den Empfang der Radiosignale diente meistens ein Detektor (mit Kopfhörer) mit einer Zinkit-Kupferkies-Kombination. Zur Abstimmung nahm man eine 80cm lange und 20cm breite Drahtspule, an der man aussen einen Schleifkontakt hin und her schieben konnte. Später gab es als Empfänger auch so genannte Kristall-Detektoren

Im Jahre 1913 begann Prof. Dr. H. Zickendraht mit Vorlesungen über drahtlose Telegrafie an der physikalischen Anstalt der Uni Basel . Er unternahm dann (zusammen mit H. Veillon) im selben Jahr auch Versuche mit Knallfunken- und Stossfunken-Sendern, wobei er zum Senden einen 100m langen Draht zwischen dem Turm der Basler Peterskirche und dem Zimmer des Stadt-Uhrenmachers am Nadelberg 11a (kleines Haus Bild links) spannte. In diesem Zimmer stand auch die Sende-Anlage. Und 1917 baute die Basler Glühlampenfabrik einige wenige Elektronenröhren nach Anleitung von Professor Zickendraht.

 

                                                                                                                  Stadt-Uhrmacherzimmer im Nadelberg 11        

           



 

MITTELWELLEN-SENDER 

 

 Die Geschichte der Entwicklung des Rundfunks in der Schweiz hängt eng mit derjenigen der Aviatik zusammen. Die ersten in der Schweiz gebauten grösseren Flugplätze (Eröffnung Flugplatz Dübendorf) 1919, Genf und Lausanne 1921) benutzten wie üblich für den Kontakt mit den Flugzeugen Sender, die im Mittelwellenband arbeiteten. Die Reichweite des Senders musste ja nur regional sein. Diese für den Flugverkehr benutzten Sender verbreiteten mit Bewilligung der lokalen Behörden Nachrichten und Wetterberichte für die Flugzeuge. Zudem in der flugfunk-freien Zeit in Telefonie Musik ab Schallplatten.

Ab 1922 durften mit Bewilligung der Obertelegraphendirektion Bern in der flugfunk-freien Zeiten Musik von den  Flugplätze Kloten, Lausanne (dort durch Roland Pièce) und Genf Rundspruchsendungen gesendet werden. Die Schweiz war in Europa das dritte Land (nach Frankreich und Grossbritannien), das ab 1922 den allgemeinen Rundspruchbetrieb mit stillschweigender Duldung der Obertelegrafendirektion verbreitete. Das Parlament verabschiedete aber noch im selben Jahr (14.10.1922) ein Bundesgesetz über Telegraphen- und Telefonverkehr. Man gab damit der eidgenössischen Telegraphenverwaltung (PTT) das alleinige Recht, Sende- und Empfangs-Einrichtungen zu betreiben.

Die Flugplatz-Sender entwickelten sich immer mehr, die Betreiber gründeten lokale Radiogesellschaften. So 1923 Lausanne und Genf die Broadcasting Romand. Diese Gesellschaft spaltete sich dann aber 1925 auf in Lausanne und Genf. 1924 entstand die Radio-Genossenschaft Zürich, 1925 Bern und 1926 Basel, welche öffentlichen Radio-Sendungen übernahmen. Bald einmal waren die benutzten Lokalitäten zu klein, man bezog eigene Sendegebäude und teils auch eigene Sende-Anlagen. Diese sendeten 1926 auf folgenden Frequenzen:

            Genf              760m            0,3  kW

             Lausanne       850m            0,75 kW

            Zürich           500 m            1,0  kW

            Bern              411m            1,5  kW

               Basel           1010 m            0,3  kW   

 


 

ÖRTLICHE MITTELWELLEN-SENDER   

 

                                  

                   Lausanne Flugplatz                                                                                        Genf  Flugplatz    


Zürich-Höngg

                                                                     

                                       1. Sender 1924                                                                  2. Sender ab 1925                                                            Sendergebäude um 2011 vor dem Abbruch


 

Bern                 

 

<Bern Münchenbuchsee                                                             

 

                                                     Bern Wankdorf>

 

 

 

 


                                                                                                        

                                                                                                        Basel                                                                                                                                               

 

Basel  Flugplatz Sternenfeld 

 

                                                                                                                                                                                                             Basel Zeughaus

 

 

 

 


 

                                        

            Studio Sender Lausanne  1922                                                          Sender Lausanne 1922                                                            Technische Mitteilung PTT 1922



Weil die Reichweite dieser lokalen Sender gering waren, entschloss sich die Eidgenossenschaft 1929, für jede Sprachregion (deutsch, französisch, italienisch) je einen grossen Landes-Sender zu bauen. Als 1931 die ersten nationalen Radiosender der Schweiz in Sottens und Beromünster, etwas später Monte Ceneri,  in Betrieb kamen, schlossen sich die regionalen Trägerschaften (Radio-Genossenschaften Basel, Bern, Zürich, Genf, usw.) zur Schweizerischen Rundspruchgesellschaft SRG zusammen. Zudem beantragte die Eidgenossenschaft bei der internationalen Stelle für Wellenplanung für ihre Sender Langwellen-Frequenzen. Es wurde dazu darauf hingewiesen, dass das Empfangsgebiet für die Landessender national und weitflächig sein sollte und diese Radio-Wellen auch in die Gebirgs-Täler eindringen müssten. Trotz dieser Argumentation wurde der Schweiz aber keine Langwellen-Frequenzen zugewiesen, dafür bekamen die beiden Landessendern Beromünster und Sottens Frequenzen im unteren Mittelwellen-Band (1931 Beromünster 653 kHz = 459,4m und Sottens 743 kHz = 403,8m). Und 1933 kam der Sender Monte Ceneri-Passo auf der Frequenz 1167 kHz in Betrieb, er versorgte die italienisch sprechende Bevölkerung im Kanton Tessin.

Weil es mit der Zeit immer mehr Sender europa- und welt-weit gab, das Frequenz-Spektrum aber unverändert blieb. musste man immer wieder neu ausgehandelt Wellen-Pläne (der Wellen-Plan von 1934 wurde in Luzern verabschiedet) für die kommerziellen Radio-Sender erstellen (so z.B. 1926, 1931, 1934, 1947, 1954, 1962, usw.). Dazu mussten oft die Sender ihre Sendefrequenzen wechseln (was in den Anfängen des Radios wegen der instabilen Sender nicht selten unfreiwillig während der Sendung erfolgte).

Zur Europäische Rundfunkkonferenz Luzern 1933: Bei der Luzerner Wellenkonferenz von 1933 gab es schon über 200 Sender in Europa. Für den gesamten Mittelwellenbereich wurde ein 9 kHz-Frequenzraster festgelegt, auf Langwelle blieben unterschiedliche Kanalabstände von 7 bis 9 kHz. Da die Entwicklung in Europa in Richtung weniger aber dafür leistungsstärkerer Sender lief, versuchte man diesen Stationen nach Möglichkeit Exklusivfrequenzen (insgesamt 63 von 130 Kanälen) zuzuweisen. Die in der Anzahl stark erhöhten Gemeinschaftswellen wurden dichter belegt und die Leistungsgrenze auf 2 kW angehoben. Der "Luzerner Wellenplan" trat am 15. Januar 1934 in Kraft. Der Schweiz wurden folgende Frequenzen zugewiesen:

                                                                                                                                        Genf                   401 kHz          748,1 m       

                             Beromünster       556 kHz         539,6 m

                             Sottens               677 kHz          443,1 m

                             Monte Ceneri    1167 kHz         257,1 m

                             Basel                1375 kHz         218,2 m

                              Bern                 1375 kHz          218,2 m

Da es  welt-weit immer mehr Rundfunk-Stationen gab, die Sende-Frequenzen aber nicht erweitert werden konnten, kam es immer mehr zu Doppel- oder Mehrfach-Belegung der Frequenzen. Dies benachteiligte auch de Schweiz. Obwohl sie ab 1975 (Genfer Wellenplan) koordinierte Frequenzen von der ITU, internationale Fernmelde-Union in Genf, erhalten hatte  kümmerten sich gewisse Staaten nicht um diese Zuteilung. Beromünster wurde von einer sehr starken algerischen Radiostation, die auf der Frequenz von Beromünster sendete,  insbesondere nachts stark gestört. Was blieb der PTT nichts anders übrig, als beim Sender Beromünster die Sende-Leistung stark anzuheben ? Hier die Erhöhung der Sende-Leistung im Laufe der Zeit: Am 11.6.1931 = 60kW,  1936 =100 kW,  1948 = 200 kW,   1961 = 250 kW,  1969 = 500 kW,  1994 = 600 kW, dann im Jahre 2002 wegen NIS Grenzwertüberschreitung  richterlich vorgeschriebene Reduktion der Sende-Leistung  auf 180 kW. Am 28.12.2008 Stilllegung des Senders Beromünster -   Die Frequenz des Senders war ab Betriebnahme am 11.6.1931 = 556 kHz, dann ab 1950 = 529 kHz und ab 1978 = 531 kHz 

Die offizielle Frequenz-Zuteilung für alle Schweizer Radio-Stationen waren ab 1978 

                                                                                                                                           Beromünster                        =   531 kHz

                                                                                                                                           Monte Ceneri                      =   558 kHz

                                                                                                                                           Sottens                               =    765 kHz

                                                                                                                                           Savies, Chur, Sool              =   1485 kHz 

                                                                                                                                           Beromünster und Sarnen     =   1566 kHz .

                                                                                                                                         

Weil in der tälerreichen Schweiz der Radioempfang problematisch blieb, nahm man ab 1948 zur besseren Versorgung der Randgebiete kleinere Mittelwellensender mit 500 Watt Leistung in Betrieb, nämlich in Sool (Kanton Glarus), Chur (Kanton Graubünden) und Savies (Kanton Wallis). Alle sendeten auf derselben Frequenz = 1367 kHz. Zudem baute man auch die drei Landessender leistungsmässig stetig aus Doch dann wurde die digitale Sendeart DAB eingeführt und Sender dazu gebaut. Deshalb kam man um das Jahr 2000 zur Ansicht, die AM-Mittelwellen-Sender seien "veraltet", die digitale Übertragungsart habe Zukunft. Man schloss deshalb allmählich (fast) alle Sender, der letzte Mittelwellen-Sender (Sottens) im Jahre 2010.

Aber ganz abgeschlossen war das Kapital Mittelwellensender Schweiz noch nicht, denn der im Jahre 2008 abgeschaltete Mittelwellensender Monte Ceneri-Cima wurde am 1. März 2011 wieder eingeschaltet. Er sendete wieder mit 300 kW auf der allen Frequenz 558 kHz mit einem Programm von Radio Voice of Russia in russischer, deutscher, französischer, italienischer und englischer Sprache. Ende 2012 wurden dann aber auch diese Sendungen eingestellt, sodass heute in der Schweiz kein Mittelwellen-Sender mehr in Betrieb steht  - Voice of Russia bleibt aber für die Schweiz erhalten, es hat nun seine Sendungen auf das Schweizer DAB+-Netz (regionaler Layer D03 - Grossraum Zürich, Aargau) verlegt.


 

 

 

MITTELWELLEN-LANDESSENDER

Beromünster    

 

                                Beromünster Blosenberg                                  alter Beromünstersender                                                                       Beromünster 1562 kHz-Antenne                         

                    


 

Sarnen

1973 - 1992

                                                                                                                   Springbrunnen-Antenne mit zwei Ganzwellen-Dipolen

                                                                                                                              Frequenz 1566 kHz, 300 Leistung kW

 


 

Sottems

                                                                                                                  Sottens                                  alter Sender Sottens

            


 

Monte Ceneri Cima

                                                                                    Monte Ceneri Cima mit Reserve-Sender                                Monte Ceneri Cima     

           


 

Monte Ceneri Passo     

                                                            


 

Sam Salvatore

 


alte Sende-Einrichtungen

 

     

                                                                                                            der erste MW-Sender von Marconi 1931 in Beromünster                            

     

                            

                                  erster Sender Sottens                                                                erstes Studio Lugano                                                   600 KW-Sender Beromünster ab 1994



 

 

 

 

MITTELWELLEN-FÜLLSENDER

 

Sool, Savies, Chur

 Frequenz 1562 kHz, 500 Watt

 

Da der Sender Beromünster nicht in allen Tälern optimal empfangen werden konnte, erstellte man so genannte Füllsender. Diese funktionierten als Relais-Sender, alle auf derselben Frequenz. Wegen der relativ geringen Sende-Leistung von 500 Watt gab es keine gegenseitige Störungen. Nur Savies hatte eine Ausgangs-Leistung von einem kW, sein Versorgungs-Gebiet war das gesamte Unterwallis. Dieser Sender hatte auch einen Reserve-Sender.

 

Alle MW-Sender stehen heute nicht mehr, sie sind abgebrochen worden. Der MW-Sender Sool stand beim Hof Bühl, nach Abbruch des Masten wurde beim angrenzenden Hof Trogsite ein Gittermast für die UKW-Sender erstellt und später an derselben Stelle ein höherer, rund 1m breiter Metall-Turm. An diesem befinden sich heute UKW- und Natel-Sende-Anlagen.

 


          

 

                                                                                                                                 MW-Sender Sool/GL     

                                                                                                                                         1949 - 196?   

 

                                                                                

So könnte der                                              Sender-Standort

MW-Sender                                                 Hof Büh, Sool

ausgesehen haben                                                                                            

                                                                                        

                                                                in der unteren linken

                                                                Bildhälfte die Antenne

 

 


 

 

MW-Sender Savies/VS

                                                     (unteres Rhonetal)                                                     

  1948 - 2005

 

           Das Radiosignal wurde über eine steil aufgehängte Drahtantenne abgestrahlt,

             die am Telecom-Mast befestigt war

 

 

                Sende-Drahtantenne                                                                                                            Reserve-Mast                                                                                               Telecom-Mast

 


 

MW-Sender Chur

  1948 - 196?

 

 

 

so ungefähr sah der MW-Sender Chur-

Rosenhügel aus  (im grossen Rank der Strasse nach Lenzerheide)                                                                                             

 

 

 

 

 

 

 

 

                                               

 

 

                                                                                                                                     Standort des Senders im Rosenhügel

 

                                                                                                                      

 

 

                                                                                                  

                                                                                                                               



 

 

 

 

 

 

REDUIT-SENDER

im zweiten Welt-Krieg

 

Während des zweiten Weltkrieges gab es ab ca. 1940 so genannte Reduit-Sender. Im Falle eines militärischen Angriffs auf die Schweiz hätte sich die Armee wenn notwendig ins Reduit zurückgezogen (Teil-Gebiete der Berg-Kantone Uri, Ob- und Nidwalden, Berner Oberland, Graubünden, Wallis). So wären unter Umständen der MW-Sender Beromünster und der Kurzwellen-Sender Schwarzenburg nicht mehr unter Schweizer Kontrolle gestanden. Deshalb erstellte man im Gebiet der Kantone Uri, Obwalden und Nidwalden Reduit-Sender. Bekannte Orte waren Frutt/OW, Kleewenalp/NW und Hirzenboden, Schattdorf/UR. Die MW- und auch KW-Sende-Anlagen waren teils in Felskavernen, unmittelbar unter den Antennen. Die für den Rundfunk bestimmten Sender wurden von einer eigens zu diesem Zweck aufgestellten Landsturm Funkerkompanie unterhalten, betrieben und von einem ebenfalls im Reduit gelegenen Studio (Felskaverne in Silenen/UR) aus besprochen.

Die Sendetürme auf der Frutt und der Kleewenalp hatten 85m hohe Gittermasten, in der Dimension kleiner als der Sende-Turm in Beromünster. Diese Reduit-Anlagen waren als Mittelwellen-Sender (Ersatz für Beromünster) vorgesehen. Die Sende-Leistung betrug je 10 kW.

Auf dem Hirzenboden/Schattdorf stand ein Kurzwellen-Sender mit einer Rhombus-Antenne und 20 kW Leistung. Die Sende-Drähte waren auf Holz-Trägern gespannt, die man in einer Reihe auf dem Acker-Land setzte. Diese Träger bestanden aus doppelten Baumstämmen, mit einem dritten Stamm oben dazwischen fixiert. So erreichte man für die horizontalen Sende-Drähte eine Höhe von ca. 15m ab Boden. Bei der Antennen-Anlage befand sich ein Gebäude für die Militär-Truppe. Und im Boten verbunkert der Raum für den Sender. - Ganz in der Nähe dieser KW-Anlage gab es eine zweite, ähnliche KW-Sende-Anlage, nur in einer etwas kleineren Dimension. Diese Anlagen auf Hirzboden waren als Ersatz-Sendeanlage für den KW-Sender Schwarzenburg vorgesehen

Die Angaben sind teils von Herrn H. Faust, damaliger Ingenieur der BBC in Baden, der am Bau der Reduit-Sender beteiligt war, sowie von Herrn Gisler, Hirzenboden, Schattdorf.

Es ist auch von einer fahrbaren, starken Mittelwellen-Sendestation (H250) der Firma Hasler AG, Bern, die Rede. Dieser Sender wäre vermutlich auch für einen Einsatz im Reduit gedacht gewesen. Mangels Unterlagen kann aber nicht beurteilt werden, ob dieser Sender je gebaut wurde oder gar betriebsbereit war.

Dass von den Reduit-Sendern kaum Bilder vorhanden sind ist erklärbar. Ein Insider erklärte, es seien Leute, welche die Anlage skizzieren oder fotografieren wollte, vom Militär festgenommen und weggeführt worden !


 

 

 

KW-Sender-Ort Hirzenboden

((Schattdorf/UR)

1941 - ?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

         

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                                                                                                                                      

 

 

       

                                                                                                                                      


 

 

 

                                                                                                            MW-Sender Frutt / OW  (1941 -   1988)       

                                                                                                                                          

                                                                                           In Jahre 1954 erfolgte die Sender-Versetzung wegen der Erhöhung des        

                                                                                           Melchsees um sechs Meter (1955) vom Seeunfer weg in Richtung Weg

                                                                                                                 zum Bonistock.     Turmhöhe war 85m   

 

 

 

                                                                                                           2. Standort 1954>

1. Standort 1941                                              

 

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                           

 

 

                     

 

                                                                                                                 

 

 


 

                                                                                                                                MW-Sender Kleewenalp/NW

 

1941 - ??

 

 

 

 

 

 

               

Reduitsender-Sender damals

 

 

 

                            

                                         

                                                                                                                           

 

 

 

 

 

 

 

                                                     

    heute: KW-Sender für zivile Nutzung        

 

                    

es bestehen zwei Sender; im grossen Bild einer oben rechts, der andere unten links



 

 

Link zum ehemaligen

  Mittelwellen-Sender Liechtenstein

1938 - 1939

 



 

 

 

KURZWELLENSENDER 

Die Kurzwelle erachtete man in den Anfängen des Rundspruchs für das Radio als untauglich Sende-Frequenzen. Erst als die Radio-Amateure mit ihren Anlagen mit Gleichgesinnten in fremden Ländern und sogar in Übersee Kontakt aufnehmen konnten, zeigte sich auch bei den Rundfunk-Stationen das Interesse an diesem Wellenband. Und als Ironie für die Radio-Amateure, die kommerziellen Radios beanspruchten immer mehr Kurzwellen-Frequenzen und die Radio-Amateure musste entsprechend ihre benutzten Frequenz-Bereiche immer mehr einschränken. 

1932 wurden erstmals über den 20 kW-Kurzwellen-Sender des Völkerbundes in Prangins bei Genf besondere Sendungen im Auftrag der Radio Schweiz AG für Schweizer im Ausland ausgestrahlt. Und 1938 begann man mit dem Bau des Kurzwellensenders Schwarzenburg. Probe-Inbetriebnahme 1939, zwei Monate darnach brannte das Sendegebäude aus und der Betrieb konnte erst 1940 aufgenommen werden. Man sendete auf den Wellenlängen von 49m, 41m, 31m, 25m, 19m, 16m, 13m, 11m. Von 1940 - 1980 wurde auch von Punkt zu Punkt Telefonie mit Stationen auf der ganzen Welt und von 1972 - 1985 Flugfunkverbindungen durchgeführt 

 

Es wurden dann in Beromünster = 1959, Sottens = 1972, Sarnen, = 1973, Lenk = 1974 weitere  KW-Sender in Betrieb genommen. Diese waren wichtig für die Auslandschweizer und alle Schweizer im Ausland. So hatten man in fremden Ländern stets Kontakt mit der Heimat. Doch weil man dann vor einiger Zeit leider bei diversen zuständigen Stellen für die terrestrischen Ausstrahlung der Kurzwellen-Sendungen keine Zukunft mehr sah, begann 1994 Schweizer Radio International mit der Umstellung des Kurzwellenbetriebes auf Satelliten und Internet (Swissinfo). Man schaltete deshalb die Kurzwellen-Sender allmählich ab, so Lenk und Schwarzenburg im Jahre 1988, Sarnen und Beromünster 1995. Und im Jahre 2004 wurde mit Sottens der letzte Kurzwellensender abgestellt.

 

 

Werdegang des Kurzwellendienstes der SRG

                  /      /           >>           /           /    


 

ehemalige Kurzwellen-Sende-Anlagen

 

Schwarzenburg

     

                                           Sende-Anlage                                                            Sendemast                                                                         Sende-Zentrum

 

           

                                                                                Senderpult                                                                        Mittelmast-Sprengung nach Sender-Abschaltung am 29.03.1998


 

Sottens

 

                              Kurzwellen-Sender                                                                                MW & KW-Sender                                                                            Kurzwellen-Sender             

                                                                                                                                                                    


                                                                                                                         

               

 

 

 

  Beromünster

 

 

 

 

 

 

 


 

 

                                                                                                                                       Sarnen

                                                                                                                                    1973 - 1995

                                                                                                             Kurzwellen-Anlage im Gebiet Ramersberg

                                                                                                                     250 kW-Sender  BBC 250 Typ 53

photo BBC Brown Boveri SK 53

Dieser 250 kW-Sender wurde auch in Beromünster und Lenk eingesetzt

 


 

                                                                                                                                          Lenk

                                                                                                                                  1974 - 24.10.1988

                                                                                                                                

In Lenk stand im Gebiet von Chomme eine Kurzwellen-Station (mit zwei 250 kW-Sender Typ SK53C3 der BBC, Baujahr 1974) die über zwei Drahtantennen das Radio-Programm für Europa auf den zwei  Frequenzen 3985 kHz und 6165 kHz  im 31m- und  49m-Band sendete.

In den 1980-er Jahren war Schweizer Radio International (SRI) von Lenk aus jeweils von 06.00 - 24.00 Uhr  über die Frequenzen 6165 kHz und 3985 kHz. zu hören  -  Mit der von den Sendern erzeugte Wärme wurde das örtliche Schwimmbad geheizt.

 

Ab 1.11.1987 wurde mit China vereinbart, dass Schweizer Radio International (SRI) zur Ausstrahlung ihres Programms im ostasiatischen Raum je eine Kurzwellen-Relais-Stationen in Peking und Kunming (mit je 125 kW) benutzen durfte. Dabei wurde im Gegenzug dem Sender "China Radio International"  für die europa-weite Verbreitung ihrer Programme in mehreren Sprachen der Sender Lenk als Relais-Station zugewiesen. Jeweils von 22.00 Uhr bis 24.00 Uhr konnte das chinesische Programm über die Frequenz 3985 kHz ausgestrahlt werden. Zur selben Zeit durfte von China auch der Kurzwellen-Sender Beromünster (250 kW) benutzt werden.

 

Am 24.10.1988, abends 24.00 Uhr, wurde der Sender Lenk abgeschaltet. Innert weniger Tage wurden die Antennen abmontiert. Heute befindet sich in den Räumen der ehemaligen unterirdischen Sende-Anlagen (Bunker) ein grosses Käselager !

 

 

                                          

                                                

                                             Gebiet Chomme bei Lenk, Blick auf Wildstrubel                             Winkeldipol-Drahtantennen-Anlage: Holzmasten mit abgespannten Antennen für KW



 

 

 

UKW-SENDER

Nach veHomerschiedenen Versuchen durch die PTT 1949-1952 baute die Schweiz 1952 einen UKW-Sender, und zwar in St. Anton/AI bei Oberegg. Mit einer Leistung von 3 kW wurde die Sendungen von Radio DRS auf der Frequenz 94,8 MHz übertragen. Doch damals gab es wohl in der Ostschweiz nur ganz wenige Radio-Empfänger mit einem FM-UKW-Bereich. Wollte man kein neues Gerät kaufen sondern sein altes AM-Radio-Gerät nachträglich entsprechend ausbauen, kostete das meistens zwischen 100 und 200 Franken.  - Später diente dieser Masten bei St. Anton überdies dem Schweizer Telefonrundspruch als Empfangs-Station für Programme von österreichischen und süddeutschen Radiosendern.

Auf Grund des Stockholmer Wellenplanes 1952 begann die PTT ab 1955 mit dem Bau eines UKW-Sendernetz für zwei SRG-Programme pro Sprachregion. 1971 waren an 83 Standorten schon 172 Sender  Die Auflage des Bundes als Konzessions-Geber an die SRG (Konzessionärin) war damals, das Land zu 99,5% mit ihren UKW-Programmen abzudecken. 1976 wurden die ersten Stereo-Sendungen ausgestrahlt. Heute ist die UKW-Voll-Abdeckung praktisch erreichte,. Für die Schweiz ist die Sendeart AM (amplituden-modulierte Mittel- und Kurzwellen) veraltet und vorbei. Für UKW (ultra-kurze Wellen) hat es keine freien Kanäle mehr, deshalb ist auch diese Sendeart im Ausklingen. Neu setzt man bei Radio und Fernsehen nur noch auf digital (Radio = DAB = Digital Audio Broadcasting // Fernsehen = DVB-T = Digital Video Broadcasting terristisch).

1982 wurde der Verkehrsfunk ARI eingeführt. Nachdem 1979 Roger Schavinski mit seinem UKW-Piratensender vom Pizzo Groppera aus (I) Fakten für Privatradios geschaffen hatte, gab 1983 der Bund mit strengen Auflagen 29 Lokalradios die Bewilligung, den Sendebetrieb aufzunehmen. 1992 wurden erstmals Schweizer Programme im digitalen Datenformat über Satellit verbreitet. Seit 1999 werden DAB-Sender (Digital-Audio-Broadcast) gebaut. Pro DAB-Kanal werden von der SRG im Moment 9 - 11 Sender in jeder der 4 Sprach-Regionen ausgestrahlt und zwar mit dem Layer SRG D01, Kanal 12C  Im Jahr 1997 wurde der Telefonrundspruch eingestellt. 1999 lancierte Radio DRS den Jugendsender Virus, exklusiv ausgestrahlt über DAB, Internet und Kabel.

Seit 2009 betreibt die Swiss Media Cast AG (im Besitz der SRG und der Privatradios) ein eigenes DAB+-Netz  (mit dem Layer SMC D02, Kanal 7D, Band III). Momentan strahlen dort 15 Privatradios ihr Programm aus. Ein zweite Netz steht vor der Realisierung, Dezember 2012 soll der Ausbau gestartet werden. Dieses Netz soll auch die Regionaljournale der Deutschschweiz ausstrahlen. Dies ist möglich, da das Netz in sieben Regionen aufgeteilt wird.

UKW hat mangels seiner genügenden Anzahl Frequenzen einfach keine Zukunft mehr, Radio DRS und die Lokalradios füllen die vorhandenen Frequenzen. Deshalb können heute schon keine weitere Privatradios mehr zugelassen werden und der teils gewünschte Ausbau der Lokalradio-Netze ist nicht realisierbar. In naher Zukunft fallen daher grundsätzlich alle UKW-Sender weg, ebenso die DAB-Stationen. Sie werden vom verbesserten System DAB+ verdrängt. Es wird gerechnet, dass um das Jahr 2020 praktisch nur noch in DAB+ gesendet wird.  Denn mit dieser digitalisierten Betriebsart kann man pro Sender/Frequenz über 10 Programme in bester Qualität verbreiten.


 

UKW-Radio Notsende-Netz

 

1980 beauftragte der Bundesrat die damalige PTT, für den Katastrophen-, Krisen- und Kriegs-Fall ein Radionetz zu realisieren, das 85% der Bevölkerung im 2. Unter-Geschoss mit Radio-Signalen auf UKW versorgen kann. Insgesamt gibt es heute für diese Notwender 36 Standorte, die über die ganze Schweiz verstreut sind. Teilweise sind diese Stationen allein stehend im Feld oder aber im Fundament von "normaler" UKW-Sender wie Bantiger, Uetliberg, St. Chrischona, usw. geschützt integriert. Das System wurde UKW77 genannt.

Der Bundesrat entschied später, die Verantwortlichkeit über das gesamte Notsende-Netz an Stelle der PTT dem Bundesamt für Bevölkerungs-Schutz (BABS) zu übertragen.

Die einzelnen Sender sind, wenn  nicht in einen normalen UKW-Sender integriert,  in Erdbeben sicheren Bunkern im Boden installiert und besitzen einen Dieselmotor als Notstrom-Anlage. Die Antenne (mit teils 20x erhöhter Sende-Leistung gegenüber dem "normale" Sender an Ort) können je nach Standort aus dem Bunker im Boden ausgefahren werden. So ist von der Sende-Anlage "in Ruhezeit" praktisch gar nichts zu sehen.

Journalisten in Uniform bei der Abteilung Presse und Funk (APF) der Schweizer Armee sorgten für die Information der Bevölkerung in ausserordentlichen Lagen. 2004 wurde diese Truppe aufgelöst.

 

2004 sprach sich der  Bundesrat für eine Sanierung des Not-Sender-Netzes aus und bewilligte einen Kredit von 18 Millionen. Im Jahre 2007 begann man sich mit der Erneuerung des bestehenden Notsende-Netzes (Sanierung, Umrüstung, Umbau der 36 Stationen) zu befassen. Man sprach nun vom IBBK-Radio (Information der Bevölkerung durch den Bund in Krisenlagen mit Radio). Im Herbst 2007 wurde ein Tests an einer Anlage in Leuk/Feschel erfolgreich durchgeführt. Bis 2012 soll die Umrüstung der UKW-Sender-Anlagen vom alten Netz UKW-77 auf das IBBK-Radio abgeschlossen sein  Das neue System sendet ebenfalls im UKW-Bereich (einstweilen noch nicht in DAB+).

Das Not-Programm wird auf den Frequenzen von DRS 1, RSR 1, RSI 1 ausgestrahlt. Für den Betrieb des Not-Programms ist Personal der SRG zusammen mit Kommunikationsfachleuten aus den Departements und der Bundeskanzlei vorgesehen. Sie würden aus einem Bunkerstudio heraus die Sendungen ausstrahlen. Dabei können alle Sender oder nur gezielt einzelne Stationen bedient werden.

Auch das neue System IBBK-Radio hat noch die Auflage, das Radio-Signal müsse noch im 2. Untergeschoss empfangbar sein. Dies obwohl in der Zwischenzeit die Pflicht zur Erstellung von Luftschutz-Kellern in Gebäuden aufgehoben wurde !

Es ist noch zu vermerken, dass heute grundsätzlich technische und Standort-Angaben über das IBBK-Radio gemäss Verteidigungs-Departement VBS geheim sind und nicht veröffentlicht werden dürfen ! Einige geheime Fakten können aber problemlos via Internet abgerufen werden.

 

Schema für den Notsender mit Signalzuführung                                                                                                  Notsender integriert in normale Sende-Anlage>>

                                                                                                                                           


 

Interessantes über Radios

 

   Senderbilder siehe     Sender Schweiz



 

Radio

                                                                                                                 gestern, heute und morgen

 

 

 

Anfänglich gab es nur Radio-Sender, welche ihre Sendungen ausschliesslich mit analogen Signalen ausführten. Das ausgesendete elektrische Signal entsprach in seinem Schwankungen dem akustischen Signal. Das war stör- und witterungs-empfindlich. Man nannte diese Sendeart Amplituden-Modulation (AM), sämtliche Mittel- und Kurzwellen arbeiteten so. Später, um 1950, kam dann die Frequenz-Modulation (FM) als andere analoge Modulation dazu. Hier wirkte das Modulationssignal auf die Frequenz des Träger-Signals. Diese Sendeart war qualitativ besser und man wendete sie auf UKW an.

Um 1970 befasste man sich in verschiednen Gremien des Rundspruchs, bei den zuständigen Stellen der Unterhaltungs-Elektronik und auch bei der PTT mit dem Gedanken um eine neue Sende-Art. Einerseits gab es immer mehr Sender bei gleich bleibender Anzahl Frequenzen; man konnte mangels Frequenz keine neuen Sender mehr konzessionieren. Andererseits nahm der Druck aus der Bevölkerung, insbesondere von strahlen-überempfindlichen Leuten, immer mehr zu, man opponierte gegen jeden neu geplante Sender mit dem Argument, diese würden mit den Strahlungen dem Menschen schaden. Die Schweiz entwickelte dann unter dem Druck gewisser Kreise NIS-Normen (Verordnung über nicht ionisierende Strahlen) welche die tiefsten Werte in ganz Europa aufwiesen und die den Betrieb von Mittel- und Kurzwellen verunmöglichten. Teilweise waren die erlaubten Werte 10x tiefer als in Nachbarländern. So war die letzte Stunde der Schweizer Mittelwellen- und Kurzwellen-Sender gezählt. Ab 1980 kam es schweiz-weit zum unaufhaltsamen Sender-Sterben. Heute werden keine MW- und KW-Sender mehr mit Schweizer Programm betrieben. Aber es ist schon eigenartig, die Russen dürfen in der Schweiz den ach doch so schädlichen Mittelwellen-Sender Monte Ceneri-Cima mit unveränderten Leistung weiter betreiben.

Heute spricht man von DAB (Digital Auto Broadcast). Diese Sender geben die Information bei der digitale Übertragung in binären Zahlenreihen (...0101...) weiter. Man spricht vom Prinzip "ganz oder gar nicht". Ein überlagerndes Geräusch ist so nicht möglich. Die Wiedergabe-Qualität besser als bei UKW. Zudem können viele zusätzliche Informationen dem Signal für den Empfänger beigegeben werden Es werden zwar nun mehr Sender in der ganzen Schweiz zur Abdeckung benötigt, aber die Sende-Leistung ist massiv reduziert. Pro Region senden alle Sender jeweils ein Programm auf demselben Kanal. und pro Sende-Kanal (Frequenz) können mehrere Programm-Anbieter gleichzeitig ausgestrahlt werden. Man hat also wieder mehr Platz für neue Sender. Nachdem man vorerst die Programme auf DAB ausstrahlte und der Radiohörer solche Geräte kaufen musste, wird nun ab 17.10.2012 auf DAB+ umgestellt und wieder sind neue Empfangs-Geräte notwendig. Leider sind die alten DAB-Geräte nicht kompatibel mit den neuen DAB+-Geräten. Kleiner Trost, DRS1, DRS Musigwälle und DRS-News werden noch bis Ende 2015 gleichzeitig in DAB und in DAB+ weiter verbreitet.

Es ist vorgesehen, die UKW-Sender ab ca. 2020 still zu legen und nur noch DAB+-Sender ein zu setzen.

Wir werden also in naher Zukunft nur noch Schweizer Radiosendungen in DAB+ hören können, der Empfang über Mittelwelle, Kurzwelle und UKW ist endgültig vorbei. Und nicht vergessen....für Ausland-Reisen Radio-Empfänger zu Hause lassen und Computer mitnehmen, damit Schweizer Radio via Satellit oder Telefon empfangen werden kann. Denn ein Empfang der Schweizer Sender weit über die eignen Grenzen hinaus ist nicht gewünscht und auch nicht mit dem Ausland koordiniert.

 


RADIO SRF

 

.

Radio SRF hat seine Studios in Zürich,

Bern und in  Basel                                  

 

Regionalstudios in Aarau, Chur,

Luzern und St. Gallen

 

 

Radio RTS hat

Studios in Genf und Lausanne

 

Radio RSI hat das

Studio in Lugano

 

Radio RTR hat

das Studio in Chur

                                

  Empfang über UKW, DAB-Digitalradio, Satellit, Kabelnetz, Internet

 

 

 

   Radio-Studio Basel (seit 1940 in Betrieb)                                Radio-Studio Bern (Umbau 2009)                                         Radio-Studio Zürich (1973 in Betrieb genommen)

       

 

 

  Radio-Studio Aarau                                                          Radio-Studio Chur (erbaut 2006)                            Radio-Studio Luzern                           Radio-Studio St. Gallen (erbaut 2013)

   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

Unten noch eine Auswahl von Radio-Apparaten, vom  uralten Mittelwellen-Radio bis zum heutigen DAB+-Empfänger: Anfänglich gab es nur Detektoren, ab ca. 1920 MW-Radio-Empfänge. Ab ca. 1930 solche mit zusätzlich einem KW-Teil, ab ca. 1950 erweitert mit dem UKW-Bereich. Ab ca. 1970 kamen die Portabel-Radio-Geräte, 1980 die portablen Stereo-Geräte und ab ca..2000 DAB-Portabel-Geräte (auch mit UKW-Teil). Nach 2020 wird es wohl nur noch Einwellen-Band-Radio (nur DAB+) geben.

 

 

                              

    

 

 

                                                    Die noch die heute gültigen Radio-Frequenzen (Europa)

      LW    =            30    kHz    -     300  kHz       ( 1000 m  -  10 000 m)

      MW    =        531    kHz    -    1611 kHz       ( 9 kHz-Raster)

      KW    =            3    MHz   -      30 MHz       ( 100 m  -  10 m)

      UKW =           87,5 MHz   -     108 MHz      (Kanal 100kHz)                    

      DAB   =           174  MHz   -    230 MHz       (Layer D01, Kanal 12 C Band III)

      DAB+ =          174  MHz    -    230 MHz       (Layer D02, Kanal 7 D Band III)

 

 

               



FERNSEHEN 

 

 

 

                             Die SRF (Schweizerische Radio- und Fernseh-Gesellschaft) ist aufgeteilt in

                            RTS = französisch-sprachiges Fernsehen (Studios Lausanne/Genf, gegründet 1954)

                            SRF = deutsch-sprachiges Fernsehen (Studio Zürich, gegründet 1953)

                            RTR = romanisch-sprachiges Fernsehen (Studio Chur, gegründet 1992)

                            RSI  = italienisch-sprachiges Fernsehen (Studio Lugano, gegründet 1961)

                            jede dieser vier regionalen Gesellschaften besitzt ein eigene Studios

 

 

1939 gab es einen ersten Fernseh-Versuchs-Betrieb an der Landes-Ausstellung in Zürich. 1951 begann der Fernseh-Versuchsbetrieb in Lausanne und am 2.3.1952 in Basel. Ab 1953 folgten Sendungen aus Zürich und 1961 nahm das Fernsehen in Lugano die Sendungen auf..


 

 

 Chronik SRF (deutschsprachiges Fernsehen)

                                                                                                                                                                                                                                                                  

Studio Bellerive

 

 

 

 

 

Am 22.Juli 1953 wurde ab 20.41 Uhr unter der Leitung von Eduard Haas und mit der Ansagerin Rosmarie Burri  aus dem Studio Bellerive in Zürich die erste 45 Minuten dauernde Fernseh-Sendung über den Fernseh-Sender Üetliberg (bei Zürich) auf Kanal 3 ausgestrahlt. Anschliessend war man 3x pro Woche abends auf Sendung.  Ab 23. November 1953 wurde dann jeweils fünf Mal pro Woche abends während einer Stunde ein Fernseh-Programm gesendet. Damals gab es in der ganzen Schweiz nur 920 Fernseh-Konzessionäre und nur den Üetliberg als einzigen Fernsehsender.

 

 

 

 

 

                                                                                                                                                Ansagerinnen

 

                      Rosmarie Burri                               Eva Häfeli                                                                                                                                                          Heidi Abel                        

                       1953 - 1954                                 1954 - 1956                                                                                                                                                         1954 - 1966  

                                                                                                                       

      die allererste Fernseh-Ansage von Rosmarie Burri,        

 

             

      

                                                                                                                  

 

                                                                                                                                                Testbilder                                 

                                                                                                                            

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                                      erster Reportagewagen

 

 

 

                                        

 

                                                                                  

 

 

                                                                      Reportage-Raum 

                                          

 

 

 

                                               

Das Fernseh-Studio befand sich in einer alten Tennishalle                                                                                

im Bellerive-Gebäude am Bellevueplatz, Zürich

 

 

        alter Sender Üetliberg

 

                

 Kontrollraum des Studio Bellerive um ca. 1955                                     Rosmarie Burri im Einsatz                                                     alte Fernsehkamera mit 4 Objektiven (drehbar)

 

                                                                                                                                                                                                        

 

    

 

 

 

 

    Das waren noch Pionier-Zeiten im Fernsehen-

    Studio, eng Verhältnisse und viel Improvisiation

 

 

      

 

 

 

 

 

     

                                Tonregie                                                    Bildregie                                                                Script                                                       Tonmischpult

 

 

 

Farbfernsehen ab 1.10.1968

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                       diverse Farb-Testbilder

 

 

          Link-Farbtestbild für internationale Linien >

 

               

                  die vier Ansagerinnen der vier Fernseh-Gesellschaften

 

 

                   

 


 

 

 

 

                                                                                                                     Fernseh-Studio Leutschenbach, Zürich

 

Seit 14. November 1972 sendet das Fernsehen ihre Programme aus dem Studio Leutschenbach, nachdem das Studio Bellerive aufgegeben wurde.1984 wurde der Teletext eingeführt. 1986 wurde zusammen mit den Sendern ORF und ZDF das Satelliten-Programm <3Sat> gestartet. 1993 schuf die SRG ein viertes Fernseh-Programm <S Plus>. Dieses wurde 1995 in die drei sprachregionalen Programme SF 2, TSR 2 und TSI 2 aufgeteilt. Auch 1995 wird Televisiun Rumantscha eigenständig. Seit 1999 gibt es den Kanal SF info (Wiederholungs-Programme). Seit 2008 verbreitet die SRG Ihre TV- Programme digital über DVB-T. Diese erfolgen je nach Region über bestimmte Kanälen des Bandes III mit dem Layer SRG D01. Für die Region Zentralschweiz ist dies z.B. der Kanal 32 und in der Ostschweiz der Kanal 34. Alle TV-Sender im Band I (Kanäle 2 - 4) wurden dabei still gelegt. Im Jahre 2012 führte die SRG das HD-Fernsehen ein.    

 

                                                                                                                                                                                                                                               

 

 

 

                                                                                Aufnahme Equipe                                                                                      Regieraum Tagesschau

 

                                                            Kameras der TPC-Produktions-Stelle                                                                    als es noch kein Kabelfernsehen gab

 

 

Fernseh-Aussenreportage Brüssel

 

 

Übertragungswagen

 

      

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   

 



 

                                                                   

                                                                                                                                                                                                                                      

Der erste private Fernsehsender ging 1980 in Wil/SG auf Sendung. Im Jahre 2012 gibt es nun 13 private, regionale Fernsehsender in der ganzen Schweiz mit der notwendigen Infrastruktur. Diese haben aber keine Konzession für terristrische Verbreitung des Programms. Sie sind daher nur über Kabelnetz empfangbar. Nur auf dem Gigeliwald bei Kriens/LU steht ein Sender, der DVB-T Tests von verschiedenen Stationen auf Kanal 26 ausstrahlt. In Kanton Graubünden ist die private Fernsehstation Telerätia seit 1980 mit 2 Netzen auf DVB aufgeschaltet.  Und im Ober-Wallis ist der private Anbieter Valaiscom (gegründet 1980) mit den Sendern 01 - 04, also mit 4 Netzen, terristisch empfangbar.

Telesuisse ist der Verband der Schweizer Regionalfernsehen



 

 

 

                                     KÜSTENFUNKSTELLE (Seefunk)                                                    

 

                            alt                                                                                                                                                                                     

                                                            

                             

Kurzwellen Sende- und Empfangs-Anlage

                                                              Bern Radio HEB

                           10 Sende-Frequenzen in Pactor von 4153 MHz bis 17206 MHz

 

< Emppfangsanlage Riedern      

                                                                                                                                                                                                                      Sender Prangins >  

     

Der Bund befahl seinerzeit, eine so genannte Küstenfunkstelle aufzubauen, die jederzeit mit der Schweizer Hochseeflotte in Kontakt treten konnte. Denn man war auf diese Schiffe (meistens Frachtschiff) zur Versorgung der Schweiz mit lebenswichtigen Gütern angewiesen. Auf dem Flugplatz Dübendorf stand eine KW-Station mit 150 Watt Leistung (als Station HEZ) für die Verbindung zu den zivilen Flugzeugen in der Luft. Weil während des Weltkrieges die Fliegerei zum Erliegen kam, wurden 6 Funker und 6 Piloten für den Seefunk umgeschult und in Dübendorf neben der Flugsicherung auch für den Seefunk eingesetzt. Anfänglich gab es rund 12 in Basel registrierte Schweizer Frachter, später um 50 Schweizer Schiffe, die für die Schweiz lebenswichtige Güter transportierten, und mit denen Kontakt hergestellt werden musste. 1949 zog man in in eine Baracke auf den Flughafen Kloten und 1953 ins Flughafengebäude Kloten um, wo die 125m grosse KW-Antenne aber den Flugverkehr störte. Deshalb nahm man in Waltikon/ZH eine fern bedient Station in Betrieb. Später baute man allein für den Schiffsfunk eine KW-Anlage in Prangins. Nun ist nur noch der KW-Sender von Bern-Radio (HEB Seefunk) in Prangins als grosse KW-Station gesamt-schweizerisch in Betrieb. Er wird durch die Swisscom Broadcast AG, Maritime Communication, Bern, betrieben. 

 

 

Der heutige Sende-Raum von Bern-Radio HEB (in Bern), wo Funk-Kontakt mit Schiffen von Reedereien, Fischerei- und Hochsee-Flotten sowie Yachtbesitzern unter Schweizer Flagge (sowie weiteren Teilnehmern) auf allen Weltmeeren herstellt wird.

Es werden in Pactor auf 10 Kurzwellen-Frequenzen (zuwischen 4153 MHz - 17206 MHz) Daten und Fax übermittelt und auch Sprach-Verbindungen getätigt  Dazu wird mit unabhängigen HF-Küstenfunk-Stellen auf allen 5 Kontinenten zusammen gearbeitet. 

 



 

LANGWELLEN-SENDER  Prangins

 

 

1929 wurde der 75 kHz-Langwellensender HBG in Prangins für den Völkerbund in Betrieb genommen. Damals wurden über die beiden 125m hohen Gittermast-Türme Nachrichten und Informationen mittels Morse-Signale übertragen.

 

 

 

 

Der Bund beauftragte dann 1966 das Bundesamt für Metrologie den Langwellensenders HBG in Prangins zu übernehmen, damit auf der Welle 75 kHz mit 25 kW Leistung das Zeitzeichen gesendete wird. Die Weisung war, ganz genaue Zeitzeichen mit dem Sender (mittels Atomuhr) auszustrahlen, damit nach diesen Zeichen die Uhren der SBB, Kirchturmuhren, Uhren in Labors, militärische Anlagen, usw. exakt synchronisiert werden konnten. Und zwar im Umkreis von rund 500 km. Zudem sollte, ebenfalls mittels Atomuhr, die Frequenz eine genaue Eichfrequenz sein. 

 

 

 

 

 

Weil mit der Zeit immer wenige Kunden den Dienst des Zeitzeichensenders beanspruchten und heute praktisch alle Geräte auf den deutschen DCF77-Sender in Mainflingen mit der Frequenz 77,5 kHz programmiert sind, stellte man den Zeitzeichen-Sender HBG am 31.12. 2011 ab. Am 6.9.2012 erfolgte die erfolgreiche Sprengung der beiden 125m hohen Sende-Türme>

 

 



 

 

 

TELEFON-RUNDSPRUCH

 

 

 

 

1931 wurde in der Schweiz der NF-Telefon-Rundspruch eingeführt um die Lücken der Abdeckung durch die Mittelwellen-Sender zu füllen und das Telefonnetz besser auszulasten. An Stelle eines Telefongesprächs konnte man ein Radioprogramm empfangen. Beim Telefonieren wurde der Radioempfang unterbrochen. Da nur mit einigen Milli-Watts gesendet wurden, musste ein Verstärker am Radioempfänger vorgeschaltet werden.

 

1940 wechselte man vom NF- auf den HF-Telefon-Rundspruch. Zur Beschaffung der Radio-Programme für den Telefon-Rundspruch wurde von der PTT in der Ost-, West- und Südschweiz je eine Empfangs-Anlagen in Betrieb genommen, welche die UKW-Programme aus den Nachbar-Ländern empfing. In der Ostschweiz z.B. war es der ehemalige UKW-Sender St. Anton.

 

   

 

                                                                                                                                        

Am Sitz der SRG in Bern wurden aus den Signalen der drei Empfangs-Stationen Radio-Programme für den Telefon-Rundspruch zusammen gestellt. Via Telefonnetz übertrug die Telecom PTT als nicht konzessionierter Anbieter dann im Multiplexverfahren insgesamt sechs Programme. Diese konnten via Spezial-Steckdose mit einem speziellen Telefon-Rundspruch-Empfängern (z.B. der Schweizer Marke Biennophone) oder einem Langwellen-Empfänger gehört werden

 

                                                                                                                                                                              

 

                                                                                                                                       Steckdose>

                                                                                                                                                                                                                                                                               

      Station St. Anton mit Empfangs-Anlage                                                                                                                     

 

Die Programme des Telefon-Rundspruchs waren in allen Regionen der Schweiz identisch über die normale Telefon-Leitung empfangbar, im Langwellenband in mono und zwar in Amplituden-Modulation (mono). Es gab nur 6 Empfangs-Kanäle.

 

Im 33 kHz-Abstand waren es die folgenden Frequenzen im Langwellen-Bereich      175 kHz = Kanal 1 = Programm von DRS 1 )

                                                                                                                              208 kHz = Kanal 2 = Programm von RSR 1 ) zeitgleich übernommen und gesendet

                                                                                                                              241 kHz = Kanal 3 = Programm von SRI 1 )

                                                                                                                              274 kHz = Kanal 4 = Programm "Classic" ) zusammengestellte

                                                                                                                              307 kHz = Kanal 5 = Programm "Light"   ) Programme

                                                                                                                              340 kHz = Kanal 6 = Programm "International" in englischer Sprache von SRI zusammengestellt

 

                                                                                                              

Mit dem Telefon-Rundspruch war es möglich, in der ganzen Schweiz die Ersten Radioprogramme aller Sprachregionen zu empfangen. Die Empfangs-Geräte waren meistens recht einfach aufgebaut und auch einfach zu bedienen. Es gab nur einen Ein-/Aus-Schalter, je einen Lautsprecher-Regler für die hohen Töne und einen für die Bässe sowie 6 Tasten für die 6 Sender. Oftmals hatte es sogar weniger Bedienungs-Elemente. Das Gehäuse des Empfängers war teilweise aus Holz.

 

Zur Glanzzeit des Telefon-Rundspruches gab es (1969) rund 450 000 Abonnenten. Es kam dann leider immer mehr zu einem Schwund der Abonnenten, zuletzt waren es  nur noch 105 000 Benützerinnen und Benützer, nämlich Privatpersonen und insbesondere Coiffeursalons, Hotels, Spitäler und Altersheime, die gegen eine bescheidene Monats-Gebühr von drei Franken die sechs Rundspruch-Programme empfangen konnten. Auch wurde ein jährliches Defizit von 10 Millionen Realität, dazu jedes Jahr rund 20 000 Abonnementskündigungen. UKW und die beschlossene Einführung von  DAB gaben schlussendlich dem Telefon-Rundspruch keine Überlebens-Chancen mehr, deshalb wurde er nach Entschluss des Bundesrates am 6. Januar 1998 eingestellt  Ausschlag gebend war auch der Umstand, dass durch die Einführung von ISDN (digitales Kommunikationsnetz) deren Oberwelle das Signal des Telefon-Rundfunks störte.

                                                                                                                                 


 


 

Quellen: teilweise aus     www.biennophone.ch   /    www.utilityqth.blogspot.ch   /   www.sarganserland-walensee.ch  /  www.hamfu.ch



 

 

 

 

 

                                                                                                                        Sender-Liste Schweiz   

                                                                                                                                  (KW, MW, LW)

 

 

Sender-Name

 Standort

  In Betrieb

MW/KW

Bemerkung

  Programm

Frequenz

       

 

Basel                    

Zeughaus St. Jakob

1931 - 1972

MW            

Programm

DRS

1229 kHz

 

+

Flugplatz-Sternenfeld

1926 - 1931

MW

Programm

RG Basel

1220 kHz

 

Bern

Wankdorf

1930 - ?

MW  (1500W)

Programm

RG Bern/DRS

743 kHz

 

+

+

Münchenbuchsee

+

1925 - 1930

1922 - ?

MW

KW

Programm

Telegraphie

DRS

Marconi Gesellschaft

1375 kHz 

?

 

Beromünster/LU

Walterswiler-Feld

1931 – 1936

MW

Programm

DRS

566   kHz 

 

+

Blosenberg/Gunzwil

1937 - 2008

MW

Programm

DRS

531   kHz  

 

+

Walterswiler-Feld

1969 - 1973  

MW

Programm

DRS

1566 kHz

 

+

Walterswiler-Feld

1996 - 1997

MW

Programm

Radio Eviva

1566 kHz

 

+

Walterswiler-Feld

1959 - 1995

KW

Programm

SRI

div.

 

Chur/GR

Rosenhügel

1948 - 196?

MW  (500W)

Programm

DRS

1367 kHz

 

Genf

+

Flugplatz Cointrin

Bel Air

1923 - 194?

1920  - 1922

MW

KW (6 kW)

Programm

Telegraphie

RG Genf/RSR

Völkerbund

748   kHz

?      (Marconi Gesellschaft)

 

Kloten/

+

+

+

Flugplatz Dübendorf

+

+

Waltikon/ZH

 

1923 - 1924

1921 - 1949

1941 - 1949

1949 - 1963

MW

MW

KW

KW

Programm

Flugfunk

Seefunk

Flugfunk/Seefunk

RC Zürich

HBZ

HBZ

?

?

?

?

 

Lausanne/VD          

Flplz. Champ-de-lAir

1923 - 1931

MW

Programm

RG Lausanne/RSR

277   kHz

 

Lenk/BE

Chrommen 

1974  - 1998 

KW (250 kW)

Programm (z.T. russisch)

SRI

6165 kHz,  3985 kHz

 

Mt.Ceneri 1

Mt.Ceneri-Passo

1933 - 1979

MW

Programm

RSI

558   kHz

 

Mt.Ceneri 2

Mt.Ceneri-Cima

1979 - 2008

MW

Programm

RSI

558   kHz

 

+

Mt.Ceneri-Cima

2011 - 2012

MW

Programm

Voice of Russia

558   kHz

Prangins/VD

 

1929 - 1966

1929 - 1966

1934 provisorisch

1935 - 1939     

LW

KW (25 kW)

KW (20 kW)

KW (20 kW)

Telegramme

Programm

Programm in italienischer,

deutscherer, französischer

Sprache

 

Völkerbund

Völkerbund

KWD CH

KWD CH

 

?       Morse-Signale

?       Telefonie

?          Rundfunk        

?       Rundfunk

 

+

 

1966 - 2011

LW

HBG

Zeitzeichen

75     kHz

 

 

1963 - heute

KW

HEB Seefunk

Bern-Radio

div.

 aktiv

Sarnen/OW

Ramersberg

1973 - 1992

MW

Programm

DRS

1566  kHz

 

+

Ramersberg

1973 - 1995

KW

Programm

SRI

div.

 

SaviesVS

 

1948 – 2005   

MW  (500W)

Programm

RSR

1367kHz         

Schwarzenburg/BE

Mamishaus 

1939 - 1998

KW

Programm

SRI

div.                     

Sool/GL

Bühl

1949 - 196?

MW  (500W)

Programm

DRS

1367kHz         

Sottens/VD

 

1931 - 2010

MW

Programm

RSR

765  kHz       

+

 

1972 - 2004

KW

Programm

SRI

div.                     

Zürich

 

Hönggerberg

1924 - 1931

MW  (500W) 

Programm

RG Zürich

492m    

                    

 

Reduit-Sender

Hirzboden/Schattdorf/UR

   1941 -  ?

KW    (20 kW)

2 x Reservesender

 Notfall/Krieg

 ?            

von BBC im

Kleerwenalp/NW

 1941 -  198?

MW   (10 kW)

Reservesender

 Notfall/Krieg

 ?             

2. Weltkrieg mit

Studio in Silenen

Melchsee-Frutt/OW

 1941 -  1988

MW   (10 kW)

Reservesender

 Notfall/Krieg

 ?                 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Liechtenstein   

Vaduz/FL

1938 - 1939

MW (1 kW)

Programm

Unterhaltung/News

209.9kHz          

 

 

 

 

 

 

 

 

Ort des  1. UKW-Senders

Standort 

in Betrieb 

UKW

Bemerkung 

Programm 

 Frequenz

 

St. Anton/AI

Oberegg

1952 - 1962

UKW  (3 kW)

Programm SRG

DRS 1  

94,8MHz